Pressespiegel
(Quelle: Mannheimer Morgen, 8.06.2007)
Lauter klingende Liebeserklärungen
DIE NEUE CD: "Mannheim - Mannem - Monnem" zum Zweiten mit vielen bisher unveröffentlichten Songs
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
Ja, die Warnung muss sein: "Das Hören dieser CD kann zu Generationskonflikten führen", sagt Peter Baltruschat - und er hat sicher recht. Die neue CD "Mannheim - Mannem - Monnem" Vol. 2 ist so vielfältig wie die Stadt, die darauf besungen wird. Vom fetzigen Hip-Hop und Rap über romantische Schmusesongs bis zum schmissig-vergnügten 70er-Jahre Marsch mit Kinderchor reicht das Spektrum der 21 Songs auf der Scheibe, die das Kulturnetz nun dort präsentiert hat, wo die Quadratestadt so richtig schön urig-originell ist: Im "Hemmlein".
Urig-originell sind auch einige der Titel. Endlich ist Joachim Schäfer dabei - mit der inoffiziellen Mannheimer Hymne, dem "Sackträgerlied". Der Kabarettist Hans-Peter Schwöbel hat viele seiner amüsanten, in Verse gefassten Beobachtungen über Kurpfälzer Feste vertont, Joana ihre Liebeserklärung "In der Heimat isses schäää" eigens auf Mannheim umgeschrieben, Wolfgang Lauths fröhlich-beschwingtes, leider viel zu lange nicht mehr gespieltes "Mannem vorne" ist dank dieser CD nun auf modernem Tonträger zu hören, ebenso ein vom gerade verstorbenen Fritz Münzer vor 20 Jahren komponiertes, aber seither nicht mehr veröffentlichtes Lied mit Joy Fleming: "Monnemer Fonk - Druff un de wedda!" Das fetzt! Mit "Oh Mann, Oh Mannem" wurde noch ein weiterer Joy-Titel ausgegraben, der es nicht verdient hatte, mal in der Versenkung verschwunden zu sein: "Ich geh net fort vun do", singt sie da.
Dazu passt, dass auch Neu-Mannheimer nicht mehr fortgehen wollen: Chris Cosmo etwa, der das mit dem Song "In Mannheim weint man zweimal - wenn man kommt und wenn man geht" bekennt. Sein Titel zählt zu den modernen Rhythmen auf der CD, ebenso wie das "Lass mich hier daheim sein, mein rätselhaftes Mannheim" der "Popforscher". Auch der offizielle, vom Stadtmarketing in Auftrag gegebene Song "Meine Welt" von Joy und Rolf Stahlhofen sowie Xavier Naidoos "Meine Stadt", nun als Liveversion, dürfen nicht fehlen, dazu die Titelsongs aus der Schatzkistl-Revue "Alla gut" und des neuen Capitol-Musicals "Die Legende von Bomber & Rose".
Aber es gibt zudem eine beeindruckende Reihe bisher unveröffentlichter, teils erst für diese CD produzierter und aufgenommener Songs. Da bekennt sich Chako Habekost, ein "Mannemer" zu sein, Elly Lapp hat eigens einen Titel "Hier will ich leben" geschrieben, Anne Krämer ist trotz Schwangerschaft ins Tonstudio, um "Mannheim, mein Meilenstein" zu besingen, Bülent Ceylan erweist auf sehr witzige Art dem Wasserturm musikalisch Reverenz und Claus Eisenmann singt "Mannheim, ich danke Dir" - womit man endlich wenigstens einen Titel von ihm auf CD hat.
Dazu kontrastieren Madeleine Sauveurs "Klavierstunde" mit dem Hip-Hop-Projekt "United Artists Mannheim", und hört man die spannende Komposition von Peter Seiler zu einem Text von Aart Veder hat die Rapper-Gruppe "Sondereinheit" letztlich Recht, deren Titel "68" sagt: "Dieser Track ist für meine Stadt, denn hier geht's ab." Die CD beweist es - musikalisch geht es wirklich ab, so viele individuelle, begeisterte wie begeisternde musikalische Liebeserklärungen an Mannheim gibt es.